Die Trauzeugin.
In meiner Arbeit als Hochzeitsplanerin habe ich etwas Spannendes beobachtet:
Für viele Bräute ist die Trauzeugin während der Hochzeitsplanung die rechte Hand – und oft viel mehr, als ihr lieb ist.
Einerseits ist sie die wichtigste moralische Unterstützung der Braut.
Andererseits wird sie ganz nebenbei zur inoffiziellen Planerin der Hochzeit gemacht.
Genau das sehe ich immer wieder – und genau das ist ein Problem.
Passe auf sie gut auf -
sie ist so sehr wertvoll.
Für mich ist die Trauzeugin vor allem eins: die emotionale Verbündete der Braut.
Ich erlebe es so:
Sie ist beim Brautkleid-Shopping dabei und steht an der Seite der Braut.
Sie hilft bei Entscheidungen rund um Kleid, Blumen und Farben.
Ihre ehrliche Meinung ist oft der entscheidende Schlüssel, wenn die Braut unsicher ist.
Am Hochzeitstag selbst ist sie für mich die Good-Vibes-Beauftragte und die Champagner-Beauftragte.
Ich liebe diesen Ausdruck, weil er genau beschreibt, was ich mir für sie wünsche:
Sie sorgt beim Getting Ready für eine entspannte, fröhliche Stimmung.
Sie bringt die Musikbox und Champagner mit und hat eine coole Bridal-Playlist vorbereitet.
Sie ist on top auch noch ''the Boss of the Bridemaids''.
Ihr Handy ist immer griffbereit für spontane, ungefilterte Aufnahmen dieser besonderen Momente.
Sie hilft beim Anziehen, beim Schließen des Kleides und bei allen kleinen Handgriffen, die Nähe und Vertrauen brauchen.
Genau dafür ist sie da. Für Herz, Nähe, Stimmung.
Was nicht zu den Aufgaben der Trauzeugin gehört.
Weil ich bereits auf viele Hochzeiten war, sehe ich auch die andere Seite:
Trauzeuginnen, die eigentlich feiern wollen – und plötzlich mitten in der Hochzeitsplanung stecken.
Für mich ist klar:
Die Trauzeugin ist keine Hochzeitsplanerin und keine Tageskoordinatorin.
Sie sollte sich NICHT kümmern müssen um:
den Aufbau der Deko
die Koordination von Dienstleistern
den Empfang und die Betreuung der Gäste
den Sitzplan oder den detaillierten Ablaufplan
In meiner Wahrnehmung ist sie:
beste Freundin, Schwester, Seelenmensch der Braut
die Person, die immer Lippenstift, Deo oder Taschentuch parat hat
diejenige, die auf die Schleppe und das Make-up achtet
und bei sehr mächtigen Brautkleidern auch mal mit zur Toilette geht.
Ganz ehrlich: Das ist schon ein Fulltime-Job für einen Hochzeitstag.
Warum ich es kritisch sehe, wenn die Trauzeugin zur Hochzeitsplanerin gemacht wird.
Ich bekomme regelmäßig mit, welche Erwartungen an Trauzeuginnen gestellt werden.
Und oft sträubt sich in mir alles.
Von ihnen wird zusätzlich erwartet, dass sie:
Gruppenfotos koordinieren
den Sitzplan im Blick behalten
die Ankunft der Hochzeitstorte checken
schauen, ob alle ihre Reden gehalten haben
mit der Küche über Änderungen sprechen
das Wetter beobachten und Plan B oder C parat haben
dabei immer entspannt wirken und natürlich „ganz normal“ mitfeiern
Ganz ehrlich:
Wer all das gleichzeitig schaffen soll, braucht eine Superpower und kommt gefühlt nicht von diesem Planeten.
Aus meiner Sicht hat kein Mensch diese Kapazität – jedenfalls nicht, ohne völlig erschöpft nach Hause zu gehen.
Und genau das möchte ich für Trauzeuginnen nicht.

Mein Wunsch an dich als Braut:
Geh achtsam mit deiner Trauzeugin um
Wenn du deine Hochzeit planst, bitte ich dich als Hochzeitsplanerin – und als Frau – um Folgendes:
Sieh deine Trauzeugin nicht als kostenlose Projektmanagerin deiner Hochzeit. Mach sie nicht zur Hauptverantwortlichen für den Ablauf.
Überlaste sie nicht mit To-dos, die eigentlich in die Hände von Profis gehören. Deine Trauzeugin ist zu wertvoll, um sie zur Planerin oder Koordinatorin zu machen. Sie sollte an deinem Hochzeitstag vor allem eins sein dürfen:
Dein Mensch.
Deine Vertraute.
Deine Champagner-Beauftragte mit den guten Vibes.





